Wissen ist Macht.

Und manchmal auch mehr.

Bei allen Möglichkeiten Reflux zu behandeln – sei es konservativ oder chirurgisch – ist es doch immer noch am wichtigsten, den Ursachen auf den Grund zu gehen. Denn wenn man weiß, was Reflux auslösen kann und die Risikofaktoren kennt, muss es vielleicht gar nicht so weit kommen.

Was verursacht die Refluxkrankheit?

Verschiedene organische Ursachen können zur Refluxkrankheit führen. Sie sind häufig angeboren, können aber auch erworben sein oder als Folgezustand oder Komplikation anderer Erkrankungen sowie Fehlbildungen der Speiseröhre und des Magens vorkommen. Folgende Ursachen können allein oder in Kombination auftreten:

  • Bei Säuglingen mit milden Beschwerden kann es sich durch verzögerte Reifungsprozesse der Speiseröhre um eine mangelnde Sphinkterfunktion (Schließmuskelfunktion) des Mageneinganges handeln, welche mit dem Wachstum spontan abklingt
  • Störung der normalen Speiseröhrenbewegung
  • Zu niedriger Druck des unteren Speiseröhrenverschluss-Mechanismus
  • Sehr flaches Ansetzen des Magens an der Speiseröhre ( der Winkel zwischen Speiseröhre und dem oberen Teil des Magens beträgt mehr als 90°)
  • Eine atypische Refluxkrankheit liegt häufig vor bei Patienten mit Fehlbildungen wie Ösophagusatresie (Speiseröhrenundurchgängigkeit); Magenvolvulus (Magendrehung); Bauchspalten sowie Zwerchfellbruch, d.h. Vorwölbung des Magens der sich teilweise oder ganz in den Brustkorb verlagert; ein zu weites Loch im Zwerchfell (Hiatushernie), durch welches die Speiseröhre in den Bauchraum übertritt, die Durchtrittsstelle der Speiseröhre durch das Zwerchfell ist hier zu groß, bei diesen Patienten muss gezielt nach der Krankheit geforscht werden, da oft keine charakteristischen Symptome vorliegen.
  • Auch eine Kuhmilch-Protein-Allergie kann zu einem gastroösophagaelen Reflux führen. Bei dieser Konstellation ist die Allergie nicht selten Ursache des Refluxes.
  • Medikamente, Hormone und verschiedene Nahrungsmittel
  • Ausgedehnte Lähmungen

Im Unterschied zum Reflux bei Erwachsenen ist das "Abwarten", sofern die Symptome und die Gabe von Säureblockern zu verantworten sind, über einen bestimmten Zeitabschnitt durchaus zulässig. Laut Vandenplas werden bis zum 18. Lebensmonat ca. 60% der Kinder ohne Behandlung beschwerdefrei. Im Alter von 4 Jahren klagen noch ca. 30% über Beschwerden, etwa 10% entwickeln Komplikationen. Reflux heilt bei zwei Dritteln aller betroffenen Kinder ohne spezielle Therapie aus. Bei gegebenen Symptomen oder Komplikationen ist Handeln unumgänglich. Die Therapie muss rechtzeitig einsetzen, bevor refluxbedingte, nicht rückgängig zu machende Schäden auftreten.

Gastro-ösophagealer Reflux